Das NPK-Vorhaben Pflege: Kurzvorträge aus Wissenschaft und Praxis

Jörg Marschall vom IGES-Institut stellte die Evaluation des NPK-Vorhabens zur gesamtgesellschaftlichen Zusammenarbeit zum Thema Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, „wie gesamtgesellschaftliche Zusammenarbeit gelingen kann und welche Ergebnisse erreichbar sind.“ Die Evaluationsergebnisse sollen genutzt werden, um Empfehlungen zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Zusammenarbeit im Rahmen der nationalen Präventionsstrategie abzuleiten. Dafür wird derzeit untersucht, wie Akteure aus verschiedenen Bereichen gemeinsam zur Gesundheitsförderung beitragen. Erste Ergebnisse zeigten positive Effekte bei Vernetzung und Sensibilisierung, aber auch Potenzial für eine noch größere Reichweite des NPK-Vorhabens.

Link zum Vortrag als PDF (PDF-Datei, nicht barrierefrei - Dateigröße 0,331 MB)

Das Modellprojekt von BGW und GKV, vorgestellt von Christine Kleiber-Bischof, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), fördert rückengerechtes Arbeiten in der Pflege, besonders in Klein- und Kleinstbetrieben. Seit 2023 werden Trainerinnen und Trainer sowie Pflegekräfte geschult, um ergonomische Standards wie den Einsatz von Hilfsmitteln im Pflegealltag zu verankern. Ziel ist es, Berufserkrankungen zu reduzieren und gesundheitsfördernde Arbeitsplätze zu schaffen. Evaluierungen prüfen Wirkung und Nachhaltigkeit des Projektes. Ein Fazit von Kleiber-Bischof lautete: „Solche Projekte brauchen Zeit, personelle Ressourcen und Finanzierung, damit man sie wirklich nachhaltig gestalten kann.“

Link zum Vortrag als PDF (PDF-Datei, nicht barrierefrei - Dateigröße 0,742 MB)

Johann Große, Informationsstelle zur Gesundheitsförderung in stationären Pflegeeinrichtungen (IGP) stellte das Projekt PFLEGE.WERTE.SACHSEN vor, das psychosoziale Gesundheit in stationären Pflegeeinrichtungen stärkt. Kern dieses Projekts sind Präventionsbeauftragte, die Organisationsentwicklung und Mitwirkung fördern. Trotz Personalmangel und „Anfangsresignation“ zeigen sich nach drei Jahren Fortschritte: mehr Austausch, neue Angebote und gestärkte Teamarbeit. Große stellte fest: „Es braucht mehr Zeit – Veränderung geschieht nicht über Nacht, aber sie beginnt zu wirken.“

Link zum Vortrag als PDF (PDF-Datei, nicht barrierefrei - Dateigröße 0,872 MB)

In ihrem Vortrag stellte Mandy Krüger, vdek (vdek), das zweijährige Projekt PFLAG – Pflegende An- und Zugehörige im Quartier vor. Ziel ist es, Strukturen zu schaffen, die pflegende Angehörige stärken und ihre Gesundheit fördern. Dabei werden kommunale Netzwerke aufgebaut, Maßnahmen entwickelt und diese wissenschaftlich begleitet. Besonders betont wurde die doppelte Belastung vieler berufstätiger pflegender Angehöriger und der Bedarf an nachhaltiger Unterstützung. Das Projekt vereint Praxis und Forschung, verankert in § 20a SGB V und leistet so einen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit. Die Referentin sagte treffend: „Prävention ist kein theoretisches Konzept – sie muss im Alltag von Pflegenden und Pflegebedürftigen erlebbar sein.“

Link zum Vortrag als PDF (PDF-Datei, nicht barrierefrei - Dateigröße 0,564 MB)